Pro Nachtleben Bern am m4music

Patrizia Mordini nimmt am Panel: «Nightlife – von der Liberalisierung zum Masterplan» teil. http://m4music.ch/index.php?article_id=49&prid=65

In den 90er-Jahren wurde in vielen Schweizer Städten wie Zürich das Gastgewerbegesetz liberalisiert. Diese Entwicklung legte den Grundstein für eine 24-Stunden-Stadt. Doch mit diesem Prozess nahm die Belastung des öffentlichen Raums zu. Auch die Stadtverträglichkeit des Nachtlebens wird immer öfters in Frage gestellt. So kam es in den letzten Jahren zunehmend zu lebhaften Diskussionen um die Zukunft des Nachtlebens. Vor dem Hintergrund des Arbeitspapieres des Schweizer Städteverbandes «Städtisches Nachtleben, Situationsanalyse und mögliche Vorgehensweise» hinterfragt dieses Panel die generelle Planbarkeit des Nachtlebens.

Tickets sind Hier http://www.starticket.ch/0Showlist.asp zu finden.

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Pro Nachtleben Bern: «Mehr Repression ist der falsche Weg»

SRF 4 News aktuell vom 18.02.2013

Zum Artikel Gegen Auswüchse im Ausgang hilft vor allem die harte Hand
http://www.srf.ch/news/panorama/gegen-auswuechse-im-ausgang-hilft-vor-allem-die-harte-hand

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Nachtleben Bern: «Politik ist nicht die Lösung»

«In Bern gibt es keine Wahlen dieses Jahr, das ermöglicht konstruktive Diskussionen», sagte Thomas Berger, Präsident von «Pro Nachtleben», hoffnungsvoll. «Um Lösungen zu finden, braucht es ein Miteinander. Wir finden Lösungen, die für alle passen – die Stadt ist gross genug.» Für diese Aussage erhielt Berger vom vorwiegend älteren Publikum Applaus.

www.journal-b.ch

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Jahresbericht des Präsidenten

Jahresbericht des Präsidenten zum ersten Vereinsjahr:

Das erste Vereinsjahr ist durch. Ein Jahr, in welchem wir weit mehr erreichten, als wir es alle für möglich gehalten haben. Damals, als wir uns im Juli 2011 zum ersten Mal im stickigen und heissen Sitzungszimmer an der Neuengasse 20 trafen. Aus einem zusammengewürfelten, heterogenen Haufen junger und junggebliebener Menschen wurde in kürzester Zeit ein schlagkräftiger Verein dem es gelingt, wegweisende Entscheide rund um das (Berner) Nachtleben zu beeinflussen. Der heutige Tag bietet die Möglichkeit, kurz zurück zu blicken auf dieses erste, phasenweise belastende aber in der Summe sehr erfolgreiche Vereinsjahr.

Bereits kurz nach der Gründung am 27. August 2011 lancierte der Verein am 02.09.2011 die Petition „Pro Nachtleben Bern“, welche sich innert kürzester Zeit (auch dank medialem Rückenwind) zum Selbstläufer entwickelte. Die unzähligen Abenden auf Berns Strassen und Gassen, vor und in den Clubs haben legendäre Momente, spannende Begegnungen und vor allem unzählige Unterschriften eingebracht.

Der erste Tiefschlag erfolgte Mitte Oktober. Die Freunde des Sous Soul geben bekannt, diesen von vielen so geliebten Ort für immer zu schliessen. Die Stimmung ist gedrückt, unangenehme Fragen kommen auf. Haben wir zu spät reagiert? Hätten wir dies verhindern können? Wie konnte es soweit kommen? Nach vorne schauen, weiter machen, das Sous Soul soll ein Einzelfall bleiben.

Die bis dahin erreichten Zwischenerfolge werden am 19. November 2011 mit einem würdigen Petitionsfest in der Turnhalle gefeiert. Die Motivation und der Glaube daran, etwas bewirken zu können, sind zurück, der Endspurt der Unterschriftensammlung steht vor der Tür. Werden wir das hohe Ziel von 10‘000 Unterschriften erreichen?

Am 02. Dezember 2011 ist es soweit. Mit einem würdigen Rahmenprogramm werden die insgesamt 10‘700 Unterschriften vor dem Erlacherhof an die selber nicht anwesenden Adressaten überreicht. Wie weiter? Wars das mit unserem Verein? Haben wir erreicht was wir wollten? Schliesslich gelang es uns, das Thema Nachtleben und die damit verbundenen Missstände an die Öffentlichkeit zu tragen. Braucht es uns noch?

Und plötzlich stehe ich einen kurzen Moment alleine da. Meine beiden bisherigen Vizepräsidentinnen haben sich zurückgezogen. Die Eine Sitz nun für uns im Bundeshaus, die Andere büffelt an der Uni. Mein Dank an sie und das von ihnen geleistete, ist schwer in Worte zu fassen. Ohne sie wäre nicht möglich gewesen, was wir bis anhin erreicht haben.

In der Form von Patrizia, Clau, Daniel und Sven finden sich vier neue, motivierte Leute für den Vorstand. Der Verein Nachtleben Bern lebt und weiss, dass es ihn auch künftig brauchen wird. Man schaut nach vorne und wartet gespannt auf die Reaktionen der Adressaten der Petition.

Diese scheinen die Botschaft (noch) nicht verstanden zu haben. Mit dem Entscheid, dass im Kornhaus künftig keine Parties mehr möglich sein sollen, bringen sie das Fass Mitte Januar endgültig zum Überlaufen. Die Reaktionen sind enorm, der Ruf nach einer Demonstration oder weiteren Aktionen wird lauter und lauter. An zwei Sitzungen werden unterschiedliche Szenarien besprochen mit dem Fazit (vorerst) nicht auf die Strasse zu gehen. Gewisse Leute behaupten aber, an diesen Sitzungen sei der Grundstein des späteren Tanz dich frei gelegt worden. Die Behörden krebsen zurück. Auch künftig sollen Parties im Kornhaus möglich sein, wenn auch mit gewissen Auflagen. Ein Zwischenerfolg für unseren Verein und die Akteure im Berner Nachtleben.

Während sich der Stadtpräsident in Interviews keiner Schuld bewusst ist und abspricht, dass es rund um das Berner Nachtleben Missstände gäbe, nimmt der Verein Nachtleben Bern die Arbeit mit der SUE und der Gewerbepolizei auf. In konstruktiven Sitzungen werden die Forderungen aus der Petition vertieft diskutiert und der Rahmen für die Lösungsfindung definiert.

Die konstruktive Zusammenarbeit wird durch einen gewaltigen Tritt des Regierungsstatthalters in ein überdimensioniertes Fettnäpfchen gestört. Einschneidende Auflagen sollen der Reitschule bzw. ihren Vorplatz und den sich dort befindlichen Personen das Leben erschweren. Das Feuer wird an die im Januar gelegte Lunte gehalten, das Fass explodiert. Einem spontanen Aufruf folgen über 3‘000 Menschen, welche die Berner Innenstadt friedlich zum verlängerten Vorplatz der Reitschule umwandeln und den Behörden und der breiten Öffentlichkeit die Grenzen ihres Denkens aufzeigen.

Während sich Kanton und Stadt Bern die Schuld gegenseitig in die Schuhe schieben kursiert kurzum im Internet ein Aufruf, sich am 02. Juni frei zu tanzen. So rasant wie die Anzahl Teilnehmer, so rasant steigt auch die Nervosität der Behörden und damit verbunden das mediale Interesse. Der über Monate gewachsene Unmut und das riesige Unverständnis über die gefällten Entscheide, gemischt mit der Sorge, dass das Wasserwerk, das Sous Soul, der Reitschulvorplatz und die weiteren beschnittenen Betriebe und Veranstalter nicht die letzten Opfer hypersensibler Anwohner und alternder Paragraphenreiter waren, entlädt sich die Spannung am Abend des 02. Juni 2012.

Es sind Bilder, welche die Stadt Bern seit 25 Jahren nicht mehr gesehen hat. Eine ganze Generation geht auf die Strasse, gibt sich ein Gesicht und zeigt, dass sie mit den aktuellen Ereignissen unzufrieden ist. Der in schwarz gekleidete Kapitalismuskritiker und die Markenklamotten tragende Clubgängerin bewegen sich Seite an Seite durch die Innenstadt, finden sich auf dem Bundesplatz und lauschen abschliessend den Klängen der spontan aufspielenden besten Band der Welt. In dieser heterogenen Masse vermag jeder sein individuelles Zeichen zu setzen. Die anschliessende Frage, ob dies nun Politik oder Party war, kann einfach beantwortet werden. Auch Party ist Politik und die Damen und Herren Müller dieser Stadt sollten gemerkt haben, wie wichtig eine funktionierende Club- und Kulturszene ist.

Das Thema Nachtleben ist definitiv auf der nationalen Ebene angekommen. Unterstützt durch einen Vorstoss im Nationalrat wird das Thema Land auf Land ab diskutiert. Selbst der Club des Schweizer Fernsehens lädt ein und rückt unseren Verein ins Rampenlicht. Spätestens jetzt wird vielen klar, dass Bern leider kein Einzelfall ist.

Im Juni darf der Verein Nachtleben Bern einen neuen Partner an seiner Seite begrüssen. Betreiber und Veranstalter gründen gemeinsam die Bar und Club-Kommission (BuCK), welche per sofort ergänzt mit Bekult und unserem Verein das Dreigestirn des Berner Nachtlebens bildet.

Der Druck auf den Berner Gemeinderat, welcher die Forderung nach einem Konzept Berner Nachtleben seit nunmehr drei Jahren auf dem Tisch hat, wird so gross, dass er über dreissig Organisationen zum runden Tisch einlädt. Unter Ausschluss der Medien werden in konstruktivem und lösungsorientierten Rahmen Erwartungen an den Inhalt des Konzepts geäussert und gemeinsam erste Lösungsansätze diskutiert.

Im Wissen, dass es viele unterschiedliche Ansprüche an einen sehr begrenzten Raum gibt, geben wir der Stadt Bern Zeit, die Ergebnisse des runden Tisches zu verarbeiten. Das auf Ende September versprochene Konzept wollen wir an einem zweiten runden Tisch mit den anderen Organisationen diskutieren und für alle Interessengruppen tragbare Lösungen finden.

Auch in den kommenden Monaten ist mit viel Arbeit und entsprechendem Einsatz zu rechnen. Unser Verein ist bereit dafür und freut sich auf die kommenden Wochen und Monate.

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