Wir fordern

Bern braucht ein klares Bekenntnis zu einem hauptstadtwürdigen, attraktiven Nachtleben! Gemeinderat und Regierungsstatthalter verkennen die Wichtigkeit eines attraktiven Nachtlebens und vielfältigen Kulturangebots und nehmen in Kauf, dass in Bern Arbeitsplätze und Steuereinnahmen verloren gehen und Veranstalter und Publikum zunehmend in andere Städte ausweichen. Die Stadt Bern verdient ein hauptstadtwürdiges Nachtleben, Behörden und Bewohner sollen ein dementsprechendes Bekenntnis abgeben!

Petition Pro Nachtleben Bern
Vom September 2011 bis November 2011 wurden 10’704 Unterschriften gesammelt und diese am 02.12.2011 der Stadt Bern übergeben.

 

„Pro Nachtleben Bern“ auf Facebook

Wir fordern deshalb

  1. Die Flexibilisierung der Öffnungszeiten und gleich lange Spiesse für alle Betriebe
  2. Ein klares Lärmzonenkonzept
  3. Sinnvolle Lärmgrenzwerte – sicher keine Reduktion
  4. Umfassendere Gewichtung der Interessen – Verfahrensablauf beschleunigen
  5. Die Stadt soll ihre Kultur selber bestimmen
  6. Sensibilisierung der Nachtschwärmer

1. Die Flexibilisierung der Öffnungszeiten und gleich lange Spiesse für alle Betriebe

Obwohl die Sperrstunde schon vor einigen Jahren aufghoben wurde, hat sich in Bern kaum etwas verändert. Für alle Betriebe sollen bei der Bewilligungspraxis dieselben transparenten Rahmenbedingungen und klar definierten Auflagen gelten. Erfahrungen in grösseren Klubs zeigen eindeutig, dass eine Flexibilisierung der Öffnungszeiten zu einer direkten Beruhigung des Quartiers führt, da die Besucher gestaffelt und verteilt über zwei bis drei Stunden nach Hause gehen.

2. Ein klares Lärmzonenkonzept

Sowohl die Bewohner (Recht auf Nachtruhe) als auch die Kulturschaffenden (Recht auf Ausübung ihres Gewerbes) haben Rechte, welche es zu schützen gilt. Damit ein gemeinsames Nebeneinander möglich ist, muss klar sein, in welchen Zonen der Stadt Bern die Interessen der Kulturschaffenden höher gewichtet werden, als das Recht auf Nachtruhe. In diesen klar definierten Zonen sollte es ausgeschlossen sein, dass Einsprachen einzelner Bürger und Partialinteressen die Existenz eines Betriebes immer wieder von neuem bedrohen. Auch Kulturbetriebe brauchen Rechtssicherheit, um nicht dauernd um ihre wirtschaftliche Existenz bangen zu müssen!

3. Sinnvolle Lärmgrenzwerte – sicher keine Reduktion

Lärmgrenzwerte sollen den Schutz von Angestellten und des Publikums gewährleisten und machen Sinn. Mit der Abstufung auf 93 dB bzw. 96 dB sind diese in der Schweiz aber schon sehr tief angesetzt (in Frankreich liegt der Wert bei 105 dB, die WHO schlägt 100 dB vor) und gesundheitliche Bedenken sind längst überholt. Die Lärmgrenzwerte dürfen keinesfalls weiter gesenkt werden, dies verunmöglicht die Durchführung von urbanen Veranstaltungen und bedroht die Betriebe in ihrer Existenz! Weisungen, welche tiefere Grenzwerte vorschreiben, sind deshalb keine Kompromisslösungen, sondern verhelfen ausschliesslich den Interessen einzelner Personen zum Durchbruch.

4. Umfassendere Gewichtung der Interessen – Verfahrensablauf beschleunigen

Die Existenz von Kulturbetrieben darf nicht von der einseitigen Auslegung von Verordnungen durch die Behörde im Interesse stillesuchender Privatpersonen bedroht sein. Die Lärmfachstelle vertritt einseitig die Anliegen von Personen, die sich akustisch gestört fühlen. Um nur schwer nachvollziehbare Auslegungen von Verordnungen zu verhindern, sind die Messverfahren der Lärmfachstelle zu professionalisieren und zu vereinheitlichen. Bei Einsprachen muss das Regierungsstatthalteramt verpflichtet werden, auf eigene Kosten ein unabhängiges Zweitgutachten einzuholen. Damit die Rechtssicherheit gewahrt wird und rasch Klarheit sowohl für Betriebe wie auch für Beschwerdeführende herrscht, ist das Verfahren bei einer Lärmklage zu verkürzen. Ist keine Klägerpartei mehr vorhanden, wird ein Verfahren eingestellt.

5. Die Stadt soll ihre Kultur selber bestimmen

Der Betrieb von Kulturbetrieben in der Stadt Bern ist im kantonalen Gastgewerbegesetz geregelt, die Entscheidungsbefugnisse über unser Nachtleben liegen damit beim Kanton und Regierungsstatthalteramt. Wir fordern, dass die Hauptstadt ihre Kultur selber bestimmen und regeln kann, um mittelfristig die Ausstrahlung einer Metropole und nicht einer Vorortsgemeinde zu erlangen.

6. Sensibilisierung der Nachtschwärmer

Wir distanzieren uns klar von Nachtschwärmern, welche im öffentlichen Raum urinieren, pöbeln oder herumlärmen. Wir appellieren an diese Nachtschwärmer, ihr Verhalten zu überdenken und zu ändern. Sie sollen auch weiterhin Kultur, Konzerte und Partys geniessen können, sich aber entsprechend verhalten. Teil des Problems ist aber auch das fehlende Angebot für junge Erwachsene im Alter zwischen 16 und 20 Jahren. Wir appellieren an die Stadt Bern, das Angebot auch für diese Alterskategorie zu überdenken und anzupassen.

 

Wir alle wollen ein Berner Nachtleben, das fägt.